Alte Gartenmöbel ersetzen?

Ganz ehrlich bitte: Wie viele Möbelstücke besitzen Sie, die Sie nicht selbst ausgewählt haben? Ein Globus, den man aus Omas Nachlass bewahrt hat und sich irgendwie nicht traut, auszusortieren? So wandert er erst ins Gästezimmer, dann irgendwann in den Keller und schließlich zur letzten Ruhestätte – auf den Dachboden. Vielleicht sind es die Sektgläser, die einem die Paten zum Abschluss geschenkt haben: nicht spülmaschinenfest und irgendwie immer zu schade, wenn es mal einen Grund zum Feiern gibt. So nehmen sie Platz weg und sind selten bis nie im Einsatz.

Bei mir ist dieses „Erbstück“ das Gartenmöbelset. Zum ersten Mal eine Wohnung mit Terrasse und dank einem Zimmer mehr, das eingerichtet werden wollte, nicht auf Anhieb das Geld, den Außensitzbereich auch noch auszustatten. Da sind meine Eltern gerne eingesprungen und haben uns ihr schweres Holzmöbelset für draußen vermacht. Mittlerweile habe ich den Verdacht, dass sie das auch ganz gerne getan haben… ihr schickes neues Polyrattan-Set beäuge ich beim Besuch jedes Mal nicht ganz ohne Neid.

Es ist nun sage und schreibe sechs Jahre her, dass wir in diese Wohnung gezogen sind und es sind nun sechs Jahre, die das Gartenmöbelset aus Holz auf unserer Terrasse verbracht hat. Ich blättere öfter mal die Prospekte der Baumärkte und Möbelhäuser durch und bleibe ab und zu auch an den Gartenmöbeln hängen, die mir schon sehr gefallen. Vor allem die dunklen, modernen Sets mit hellen Polstern, die sich zu einem praktischen Quadrat zusammenschieben lassen, haben es mir angetan.Soll man Gartenmöbel austauschen?

Nun zu meinem moralischen Problem: Kann ich das Holzmöbel-Set einfach entsorgen, obwohl es „noch gut“ ist und etwas Neues für uns kaufen? Das Geld ist mittlerweile da, es ist nur das beißende Gewissen, das mich irgendwie davon abhält. Eine Pro-Kontra-Liste wird mir möglicherweise bei der Entscheidung helfen:

Kontra:

  • Das alte Gartenmöbelset ist noch einwandfrei. Klar, es sieht nicht mehr aus wie am ersten Tag, aber es tut seinen Zweck.
  • Meine Eltern wären sicherlich geknickt, wenn ich ihnen eröffnen müsste, dass ich die Möbel kurzerhand entsorgt habe.
  • Das Geld zu sparen wäre sicherlich auch kein Fehler.

Pro:

  • Ich würde lieber aus dem Wohnzimmerfenster schauen. Irgendwie sind mir die alten Möbel mittlerweile schon ein richtiger Dorn im Auge.
  • Die Terrasse würde mehr genutzt werden. Ein richtig gemütlicher Platz für viele Gäste oder für die gesamte Familie zum Kaffeetrinken oder Abendessen sorgt dafür, dass man es viel länger draußen aushält.
  • Ein Polyrattan-Set wäre wesentlich pflegeleichter. Während die Holzmöbel immer wieder geölt werden müssen (übrigens auch mit Wartezeit, bis sie wieder genutzt werden können), ist Polyrattan leicht zu reinigen und praktisch unzerstörbar.
  • Das Set, das ich im Auge habe wäre total platzsparend. Es einfach zusammenschieben zu können ist von großem Vorteil wenn die Kinder mehr Platz zum Spielen oder wir Erwachsenen eine Tanzfläche brauchen.
  • Das Herbstritual des Möbel-in-den-Keller-schleppen würde entfallen. Während die Holzmöbel bei Regel quellen und bei Kälte springen können, macht das Wetter dem Polyrattan-Set nichts aus.
  • Ich habe beim letzten Ikea-Besuch ganz tolle Kissen für draußen gesehen, die ganz hervorragend auf den neuen Möbeln aussehen würden.
  • Der Stil unserer Wohnung und des gesamten Hauses ist eher modern – die Holzmöbel passen dazu eigentlich gar nicht.

Tja… wenn ich mir das so anschaue, dann ist die Sache eigentlich ganz klar. Um das Gewissen zu beruhigen, kann ich die Holzmöbel ja in den Kleinanzeigen ausschreiben oder – noch besser – dem Roten Kreuz spenden.

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